Die öffentlich zugänglichen Überwachungsdaten für Dimethenamid-P in Belgien (von den flämischen und wallonischen Behörden sowie von der EEA-Wasserbasis) in Oberflächengewässern für den Zeitraum 2010-2021 wurden anhand der akuten und chronischen Wasserqualitätsstandards (MAC-EQS und AA-EQS)geprüft . Auf der Grundlage dieser Daten wurden die wichtigsten Emissionsrouten und gefährdeten Regionen identifiziert und ein Plan zur Verringerung der Emissionen in Oberflächengewässer erstellt.
Dimethenamid-P wird als Herbizid im Anbau von Mais, Zuckerrüben, Raps und im Gemüseanbau eingesetzt, vor allem in Kohl, Lauch, Zwiebeln und Chicorée. Darüber hinaus in einer Reihe kleinerer Gemüsekulturen. Die Anwendungen finden jenach Anbau im Zeitraum April bis September statt. Und in den meisten Ackerkulturen von April bis Juni und in Gemüsekulturen von Mai bis Juli. Eine etwas spätere Anwendung von Juli bis September ist der Anbau von Lauch und Raps.
An 635 Messstellen (452 in Flandern und 183 in Wallonien) wurden 10444 Proben (9180 in Flandern und 1264 in Wallonien) auf Dimethenamid-p untersucht.
In Flandern überschritten 26 Proben (0,3 %) den MAC und an 12 Standorten mit Bezug zur Landwirtschaft wurde der AA-EQS überschritten. 10 dieser 12 Standorte befinden sich im Yserbecken in Westflandern. Dort wurden auch zum Teil sehr hohe Konzentrationen gemessen. Diese Überschreitungen sind in den letzten Jahren nicht rückläufig. Die Anzahl Standorten mit einer AA-EQS-Überschreitung variiert zwischenen 0-3 pro Jahr. Die höchsten Werte werden von Mai bis Juli gefunden.
In Wallonien wurde der MAC in 1 Probe überschritten (0,08%). Aufgrund der Höhe der gefundenen Konzentration und der Tatsache, dass dort in diesem Jahr nur wenige Messungen durchgeführt wurden, wurde auch der AA-EQS an dieser Stelle überschritten. Die höchsten Konzentrationen finden sich im Mai-Juni.
Die Emissionspfade wurden anhand der Eigenschaften der kritischsten Standorte untersucht. Aufgrund der Eigenschaften der Substanz Dimethenamid-P sind die erwarteten Routen hauptsächlich Sprühdrift und/oder Punktuelle-Emission.
Die Analyse der Standorte in Flandern deutet darauf hin, dass Dimethenamid-P nach einer Anwendung in Mais oder mit Sprühabdrift und/oder Abfluss von Parzellen, die hauptsächlich mit Mais, aber auch mit Zuckerrüben oder Gemüse angebaut werden, in das Oberflächenwasser gelangen könnte. Diese Routen (mit Ausnahme des Gemüseanbaus) scheinen auch für die Wallonie wichtig zu sein. Weiter spricht dafür dass die Route über Sprühabdrift verläuft, , dass kritische Gewässer auch einen hohen Anteil an Feldern mit minimalem Abstand zum Oberflächenwasser aufweisen.
Punktuelle Emissionen können nicht ausgeschlossen werden, da im Zeitraum 2013-2020 mehrfach hohe bis sehr hohe Konzentrationen gemessen wurden und zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerten Niederschläge vorhanden waren.
Der Emissionsreduktionsplan schlägt daher folgende konkrete Maßnahmen vor:
Auf den Etiketten aller Dimethenamid-P-haltigen Produkten wird angegeben:
- Es sollte eine Pufferzone von mindestens 10 m in Kombination mit einer 50 %igen Technik zur Driftreduzierung angewendet werden.
Dies gilt auch für neue Zulassungen, die noch beantragt werden müssen.
Für Produkte, bei denen bereits in der Zulassung eine größere Pufferzone oder eine höhere Abdriftreduktion vorgeschrieben ist, bleibt diese bestehen. - Darüber hinaus werden die folgenden Empfehlungen auf den Etiketten von Dimethenamid-P-haltigen Produkten angegeben:
- Nicht sprühen, wenn die Gefahr der Abdrift besteht
- Halten Sie beim Befüllen und Reinigen des Tanks immer Abstand zu Wasserläufen und Gräben.
- Halten Sie sich immer an die vorgeschriebenen Pufferzonen. Es wird empfohlen, immer eine minimale Pufferzone von 5 Metern einzuhalten (mit 75 % Drift-Reduction-Technik), auch wenn die Verwendung höherer Drift-Reduktionskappen eine engere Pufferzone ermöglicht.
- Zusätzlich zu den auf dem Etikett aufgeführten Pufferzonen gelten auch regionale Pufferzonen. Halten Sie immer die breiteste Pufferzone ein. Unter bestimmten Bedingungen wird auch auf das Vorhandensein einer dauerhaften Begrünung geachtet.
- Bei einer Wettervorhersage von ≥ 5 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden nicht sprühen.
Die Zulassungsinhaber von Dimethenamid-P werden sich auch auf allgemeine Maßnahmen konzentrieren: In ihrem Produktverantwortungsprogramm:
- Sensibilisierung der Landwirte für die Folgen einer unsachgemäßen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, einschließlich Dimethenamid-P-haltiger Produkten,
- Zusammenarbeit mit externen Parteien und Belplant, um eine regionale Aktion für Westflandern zur Reduzierung der Emissionen in Oberflächengewässer auf die Beine zu stellen.
- Starke Unterstützung bei der Entwicklung/Einführung des geschlossenen Transfersystems (“CTS”) zur Befüllung des Sprühtanks.